Give some latitude…

Ich sitze vor meinem Netbook und überlege, was ich wohl am besten in’s Word-Dokument hacken soll. „Stellt euch mal alle nicht so an – niemandem ist ein Schaden entstanden“? Nein, das wäre unpassend, wenngleich die aktuelle Diskussion um eine unglückliche Reviewerentscheidung mitunter in einem seltsamen Stil geführt wird.

Ich hole daher mal ein wenig aus…

Give some latitude…

…das ist ein Ausspruch von Groundspeak, der uns Reviewern Entscheidungsfreiheiten einräumt.  Als Reviewer sind wir die Kontroll- und direkte Entscheidungsinstanz wenn es darum geht ein Listing zuzulassen oder nicht. Hierfür haben wir von Groundspeak die Freiheit eingeräumt bekommen, von den Richtlinien in begründeten Fällen Ausnahmen machen zu können. Wo und wie wir diese Ausnahmen zulassen bleibt jedem Reviewer dabei selbst überlassen, d.h. es gibt keinen festgelegten Rahmen in dem z.B. der Mindestabstand unterschritten oder wie kurzfristig Events freigeschaltet werden dürfen.

Am vergangenen Wochenende nun saßen 25 Cacher im privaten Rahmen beieinander und haben sich gegenseitig bewichtelt. Naturgemäß wurde dabei viel über das gemeinsame Hobby gesprochen, diskutiert und gefachsimpelt. Irgendwann meinte jemand, dass dieses Treffen ja eigentlich ein Event ohne Listing sei und schon war die Idee geboren, aus Jux ein solches zu erstellen. Ich habe mich von der Stimmung anstecken lassen und das Listing schliesslich freigeschaltet  und war eben so dumm, meine Entscheidungsfreiheit größtmöglich auszulegen, womit ich natürlich weit über’s Ziel hinausgeschossen bin.

Ich gebe den Kritikern dieser Entscheidung selbstverständlich Recht und auch wenn die Diskussion von einigen wenigen in einem fragwürdigen Stil geführt wird ändert das nichts an der Tatsache, dass da auch von meiner Seite und in meiner Funktion als Reviewer ganz enorm was schief gelaufen ist.

Hierfür möchte ich mich bei euch Cachern in aller Form entschuldigen; ganz besonders allerdings bei meinen Reviewerkollegen, die durch mein unüberlegtes Handeln nun mit mir in einem schlechten Licht erscheinen.

In diesem Zusammenhang habe ich Groundspeak meinen Rücktritt angeboten. Dieser Rücktritt wurde abgelehnt; allerdings nicht ohne mich auch mit erhobenem Finger erneut daran zu erinnern, dass wir in unserer Funktion als Reviewer für die Community eine ganz besondere Position einnehmen und die uns eingeräumten Möglichkeiten und Privilegien nicht zu unserem persönlichen Vorteil (aus)genutzt werden sollen.

Ich bin zuversichtlich, dass meine Worte bei euch auf ein offenes Ohr stoßen werden und auch, dass die am Entstehen des Eventlistings beteiligten Personen aus den Reaktionen ihre Erfahrungen und Lehren ziehen werden.

Thorsten

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